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Kenshoo und andere Bid-Management-Tools

Seit kurzem hat Kenshoo, ein Technologieanbieter bzw. ein Bid-Management-Tool aus Tel Aviv/ Israel, ein Büro in Hamburg eröffnet.

Ich hatte heute Gelegenheit, mir das Tool zeigen zu lassen und möchte hier ein paar Worte darüber verlieren. Zunächst einmal – neben vielen anderen Bid-Management-Tools für SEA (wie Efficient Frontier, Marin Software, Acquisio oder IgnitionOne) setzt auch Kenshoo auf Portfolio-Optimierung. Das bedeutet, dass man ein Ziel wie beispielsweise CPO oder ROI vorgibt und das Tool optimiert alle Keywords (das gesamte Portfolio) auf diese Einstellung. Es werden also nicht einzelne Regeln für Keywords oder Keywordgruppen definiert, wie es ja auch Google selbst mit den Automatischen Gebotsanpassungen mittlerweile anbietet (oder dc storm), sondern man gibt gesamthaft ein Ziel vor.

  • Der große Vorteil: Man muss sich nicht mit Details und Regeln rumschlagen.
  • Der große Nachteil: Black Box Optimierung – man weiß nie so genau, was das Tool macht.

intelliAd bietet übrigens auch eine Portfolio-Optimierung. Von diesem Tool weiß ich, dass man aber die (automatischen) Änderungen auf Keyword-Ebene in einer Art Protokoll nachlesen kann. Das ist etwas weniger Black-Box, bei Vollautmatisierung merkt man allerdings auch erst hinterher, wenn man mal nachliest, warum ein Keyword bspw. von 0,10 EUR auf 0,60 EUR hochgesetzt wurde (was jetzt nur mal als extremes Beispiel gemeint ist, um zu zeigen, was da so alles passieren könnte).

Aber zurück zu Kenshoo: Neben einer portfolio-basierten Bid-Management-Optimerung bietet das Tool noch viel mehr. Beispielsweise wurde auch der Google AdWords Editor nachgebaut. Und zwar auch als Desktop-Tool. Die Funktionen sind dabei wirklich sehr ähnlich, um nicht zu sagen identisch; ergänzt wurde, dass man neben Google auch Yahoo und MSN bedienen kann. Die Yandex-API wird übrigens auch angezapft, man kann also auch in Russland SEA-Werbung schalten und an baidu (China) wird gearbeitet (Q1/2012) – ich bin mir nicht sicher, ob der Desktop-Editor auch schon Yandex kann, aber im Browser-Interface geht es.

Alles in allem ein sehr feines und ausgereiftes Tool. Vor allem die Geschwindigkeit hat mich beeindruckt. Laut Aussage eines Mitarbeiters arbeiten allein 5 der 130 Entwickler nur am Thema „Speed“ – erinnert ein wenig an Google, wenn auch in einem anderen Maßstab.

Ein weiteres erwähnenswertes Feature ist die Suche. Es handelt sich dabei nicht nur um eine Suche, sondern es ist gleichzeitig ein Tool, um bspw. CPC-Anpassungen oder Text-Anpassungen manuell durchzuführen. Sämtliche Elemente eines Kontos können nach unzähligen Filtern durchsucht werden und dann modifiziert werden. Gerade bei wiederkehrenden Aufgaben (Sales-Texte ändern, manuelle CPC-Anpassungen vor dem Wochenende, etc.) ist das sehr praktisch, da Suchfilter auch gespeichert werden können und später erneut abgerufen werden können.

Mit Kenshoo Social steht auch eine eigene Plattform für die Optimierung und Verwaltung von Facebook Ads zur Verfügung. Auch hier gibt es neben einem Verwaltungstool, was optisch an das SEA-Interface erinnert, einen eigenen Editor (browserbasiert), mit dem sich Facebook Kampagnen anlegen lassen. Dabei werden die Daten über die Facebook API abgeglichen (CPC, Targeting und Zielgruppen). Zudem kann man dann die Anzeigen per Copy/ Paste verwalten und so relativ einfach und intuitiv große Facebook-Kampagnen optimieren.

Den ersten Eindruck fand ich schon positiv. Falls jemand schon praktische Erfahrungen mit Kenshoo sammeln konnte, würde ich mich über einen Kommentar freuen!

Autor: Thomas Langel

Thomas arbeitet im Bereich Online-Marketing/ E-Commerce beim Versandhandelsunternehmen bonprix. Er ist dort verantwortlich für die Themen Suchmaschinenmarketing, Preissuchmaschinen, Datenfeeds und Tracking. Außerdem betreibt er den Podcast SEM fm, zu finden unter http://sem-fm.com

2 Kommentare

  1. Hallo Blog Kollege 😉 Ich hatte mir das Kenshoo Tool im Rahmen meines PPC Tool Test aus 2010: http://www.sem-deutschland.de/google-adwords-tipps/ppc-bid-management-tools-im-test/ in einer Demo zeigen lassen und es schnitt damals im Vergleich zu den anderen getesteten Tools überdurchschnittlich ab. Beim Thema Kampagnenmangement war ich aber von allen Tools etwas enttäuscht, da vieles eben nur nachgebaut war, aber keinen Mehwert gegenüber den Google eigenen Tools geboten hat. Bei Intelli Ad kann man übrigens seit einiger Zeit auch Regeln für strategische Gruppen anlegen, also nicht nur rein Portfolio Basiert. Grüße nach Hamburg…

  2. Hi Olaf,

    der Kenshoo-Mitarbeiter hat gesagt, dass es beim Desktop-Tool auch Ziel war, den Google AdWords Editor einfach nachzubauen, weil er wirklich gut ist. Der Mehrwert ist, dass mehrere Accounts (bspw. auch MCCs) etwas übersichtlicher (weil übergreifend) verwaltet werden können und dass man neben Google eben auch Yahoo- und MSN-Kampagnen pflegen kann.

    Das finde ich als Mehrwert schon wirklich gut – mir fehlt beim AdWords Editor ansonsten auch keine Option, wenn es rein um Kampagnenmanagement und manuelle Optimierung geht.

    Gruß zurück nach Hannover!

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