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Google Shopping wird kostenpflichtig – was bisher geschah

Am 31. Mai vergangenen Jahres hat Google bekanntgegeben, dass Google Shopping kostenpflichtig wird. Als Hauptgrund hierfür nannte das Unternehmen eine dadurch deutlich steigende Datenqualität für den Suchenden und ebenfalls für den Anbieter. Die Relevanz und die Qualität sollen steigen, allerdings auf Kosten der Werbetreibenden.

Eine Ankündigung, die ein großes Echo in der Branche erzeugte. Selten wurde eine Ankündigung von Google derart stark und kontrovers diskutiert. Mittlerweile hat Google damit begonnen seine Produktsuchmaschine umzustellen und damit bietet sich die erste Möglichkeit zu einem kurzen Zwischenfazit.

Am 13. Februar hat Google mit der Umstellung begonnen. Nach eigenen Angaben wird die Umstellung nach und nach erfolgen. Der kostenlose Traffic wird sukzessive weniger und durch bezahlte Anzeigen ersetzt. Wie genau und wann welche Schritte dieser Transformation stattfinden werden, bleibt undurchsichtig. Klar ist, dass Google die organischen Ergebnisse durch Product Listing Ads ersetzt und auch das Ranking auf der Google Shopping Seite selbst, in Zukunft maßgeblich aus einer Kombination von Relevanz und CPC-Gebot, abhängig machen wird.

Die bekannten Google Shopping Ergebnisse haben sich fast vollständig (jedenfalls habe ich gerade in der Suche keine kostenlosen Shopping-Ergebnisse mehr gefunden) in kostenpflichtige PLAs gewandelt.

Bezahlte Shopping-Ergebnisse

Die Klicks auf Ergebnisse innerhalb der Produktsuche hingegen sind aktuell noch weitestgehend kostenfrei.

Kostenlose Googel Shopping Ergebnisse

Ein Zustand, der sich sicherlich schnell ändern wird. Prinzipiell nennt Google den Juni 2013 als den Monat, indem die Umstellung von Google Shopping abgeschlossen sein soll. Allerdings scheint sich Google den Löwenanteil der Umstellung nicht bis zu den letzten Wochen aufheben zu wollen. Je eher der Großteil des Traffics kostenpflichtig wird, desto eher/mehr gibt es schließlich zu verdienen.

Bereits jetzt, nach gerade mal einem Monat der Transformation, gehen Schätzungen von einem Rückgang des kostenlosen Traffics um ca. 80% aus. Das ganze variiert natürlich je nach Unternehmen und ist abhängig vom Anteil der ehemaligen Shopping-Klicks in den organischen Suchergebnissen. Wie oben beschrieben sind diese bisher vermutlich am stärksten betroffen.

Klickrückgang

Die hier verwendeten Daten sind aus Gründen der Anonymität ohne Achsenbeschriftung für die Anzahl der Klicks, es wird aber deutlich wie stark der Traffic gerade in den ersten Wochen der Umstellung bereits zurückgegangen ist.

Nebenbei sehen wir hier möglicherweise auch eine Grafik aus der erkenntlich wird, wie gering die wirkliche Nutzung der Google Shopping Seite im Vergleich zu den Shopping Ergebnissen in der organischen Suche doch ist/war. Vielen Nutzern ist vermutlich nicht einmal bewusst gewesen, dass sie indirekt eine Preis/Produktsuchmaschine nutzen wenn sie die hübschen kleinen Bilder in den Ergebnissen ihrer Suchanfrage in der normalen Googlesuche angeklickt haben.

Zwischenfazit

Google treibt die Transformation wie erwartet schnell und konsequent voran. Die Hoffnung so mancher Unternehmen bis Juni noch ausreichend Zeit für eine Umstellung auf PLAs zu haben, ist fahrlässig. Der Juni ist zwar noch etwas hin, die googleseitige Umstellung auf PLAs aber schon fast abgeschlossen. Bereits jetzt sollte der Datenfeed über die nötige Qualität verfügen und ein PLA-optimiertes Gebotsmanagement umgesetzt sein. Wer hiervon noch weit entfernt ist, sollte sich beeilen. Allen anderen bleibt weiterhin nur das Zugucken wie die Kosten steigen und das Warten auf die in den USA allseits angepriesenen positiven Effekte für den Werbetreibenden.

Autor: Sönke Harms

Sönke Harms ist studierter Betriebswirt und in seiner Funktion als Online Marketing Manager verantwortlich für das Suchmaschinenmarketing (SEA/ PSM) mehrerer nationaler und internationaler Mandanten beim Versandhandelsunternehmen bonprix. In seiner Freizeit beschäftigt er sich neben SEM vorwiegend mit Sport (Fußball, Handball, Segeln) und Grillen.

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