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Google Shopping wird kostenpflichtig und was es noch bedeuten könnte

Die Tatsache, dass Google Shopping kostenpflichtig wird und in Product Listing Ads aufgehen wird, wurde mehr als ausreichend an vielen Stellen erörtert und möchte ich nicht nochmal wiederholen.

Was mich allerdings überrascht, ist der viel zu häufig positive Tenor, den ich aus den meisten Blogs herauslese.

Der Grund dafür ist mir nicht ganz klar. Ich möchte nicht behaupten, dass es daran liegt, dass viel zu viele Blogger (Agenturen) Angst haben, ihre Kunden zu verunsichern. Schließlich leiden ja am Ende nur die vermeintlichen ineffizienten Firmen und „schwarzen Schafe“ der Branche.

Aber mir persönlich fehlt die Kritik. Natürlich lässt sich der Umstellung auch Positives abgewinnen. Das geht mir auch so, aber nicht nur!

Wenn eine jahrelang kostenlose Umsatzquelle versiegt und fortan kostenpflichtig wird möchte ich nicht gleich aufstehen und „Hurra“ rufen.

Zu selten wurde für meinen Geschmack zudem darauf hingewiesen, dass Google nun erstmals Gefahr läuft durch eine Monetarisierung seine Objektivität für angezeigte Suchergebnisse zu verlieren. Natürlich besteht diese bei AdWords anzeigen schon lange, aber mir gefiel der Gedanke, dass nahezu jeder die Chance hatte seine Produkte, ohne großen finanziellen Druck bei Google anzupreisen.

Google Suchergebnisseite: PLA und Shopping

Product Listing Ads & Shopping Ergebnisse vor Februar 2013

Auch die Meinung, dass andere Preissuchmaschinen einen Grund zur Freude haben wenn Google Shopping kostenpflichtig wird würde ich nicht bedingungslos unterschreiben. Möglich, dass der eine oder andere seine Anstrengungen verstärkt auf weitere PSMs ausdehnen wird. Google steht nun nach Renditegesichtspunkten erstmalig in diesem Bereich einer breiten Masse von ähnlichen Konkurrenten gegenüber. Doch auch auf diese kommen nun mit Pech einige Veränderungen zu. Für viele Firmen war es schlicht und einfach zu aufwendig für jede einzelne PSM gesonderte Rentabilitätspläne zu erstellen. PSMs werden häufig als ein gemischter Marketingkanal betrachtet. Günstige Preissuchmaschinen quersubventionierten teurere und am Ende kam in der Mischkalkulation eine hoffentlich dicke schwarze Zahl heraus. Auch Google Shopping bekam häufig seinen Platz in dieser Rechnung. Fällt dieser nun meist günstigste Mitspieler weg, so steigen womöglich auch die Effektivitätsansprüche an jede einzelne andere Preissuchmaschine.

Natürlich sollte man nicht zur Schwarzmalerei neigen, erst die kommenden Monate werden zeigen, welche Marktteilnehmer am souveränsten aus der Umstellung hervorgehen.

Google Suchergebnisseite: Sponsored Shopping Ergebnisse

Google Shopping Ergebnisse mit „Sponsored“ Hinweis ab Februar 2013

Google selbst hat hier sicherlich nicht die schlechtesten Karten. Vor allem wenn man bedenkt, dass viele etablierte Preisvergleichsseiten nach diversen Google SEO-Updates und mangels Alternativen einen Großteil ihrer Besucher über kostenpflichtige AdWords-Anzeigen generieren müssen. Für Google selbst eine ausgesprochen prominente und kostenfreie Besucherquelle. Klingt für mich nicht nach dem schlechtesten Wettbewerbsvorteil.

Autor: Sönke Harms

Sönke Harms ist studierter Betriebswirt und in seiner Funktion als Online Marketing Manager verantwortlich für das Suchmaschinenmarketing (SEA/ PSM) mehrerer nationaler und internationaler Mandanten beim Versandhandelsunternehmen bonprix. In seiner Freizeit beschäftigt er sich neben SEM vorwiegend mit Sport (Fußball, Handball, Segeln) und Grillen.

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