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Demographisches Targeting für Anzeigen in der Google Suche (Demographic Targeting for Search Ads)

Bereits bekannt ist, dass mithilfe von demographischen Targeting Anzeigen anhand von Alter und Geschlecht eingeschränkt und ausgeliefert werden können. Bislang waren demographische Kriterien nur für die Ausrichtung von Anzeigen im Google Display Netzwerk möglich.

Grundsätzlich konnten Werbetreibende hierdurch drei unterschiedliche Ziele verfolgen:

  1. Eingrenzung der Zielgruppe: Die Anzeigen können im GDN speziell für bestimmte Zielgruppensegmente geschlatet werden, bzw. bestimmte Geschlecht – oder Altersklassen können von der Anzeigenschaltung herausgenommen werden.
  2. Anpassung der Anzeigentexte: Die Formulierung und Ausdrucksweise in der Anzeige kann auf die Zielgruppe ausgerichtet werden um dadurch die CTR zu erhöhen.
  3. Anpassung der Gebote: Durch eine Veränderung des CPC-gebotes können Anzeigen für unterschiedliche Zielgruppen auf unterschiedlichen Positionen angezeigt werden. Bei Kernzielgruppen können die CPC erhöht werden um die Frequenz der Anzeigenschaltung zu erhöhen.

Die Einordnung der Nutzer in die einzelnen demographischen Segmente übernimmt Google anhand des Suchverhaltens. Jedem Nutzer schlüsselt Google bestimmte demographische Merkmale und Interessen zu. (Für sich selbst einsehbar in den Ads Preferences)

Im Rahmen einer noch recht neuen Beta sollen Geschlecht und Alter nun auch für die Anzeigenausrichtung in der Google Suche genutzt werden können. Für dieses „Demographische Targeting für Anzeigen in der Google Suche“ verwendet Google nur Nutzerangaben, die dieser selbst zur Verfügung gestellt hat, bzw. bei der Erstellung des Google Kontos angegeben hat.

Um einem Nutzer demographische Suchanzeigen anzeigen zu können, muss dieser also mit seinem Google Account angemeldet sein. Die Zahl der potenziellen Nutzer und damit die Reichweite der Anzeigen werden damit massiv eingeschränkt. Da es sich zurzeit zusätzlich nur um eine Beta handelt ist die Reichweite weiterhin noch künstlich stark eingeschränkt. Im Moment werden in der Praxis nur ca. 1% der Impressions über die demographischen Anzeigen ausgelöst. Die Zahl wird sicherlich von Land zu Land schwanken und mit Beendigung der Beta deutlich steigen.

Welche Möglichkeiten bietet diese neue Tragetingform? Prinzipiell können mit demographischen Anzeigen in der Suche gleiche Ziele wie im GDN verfolgt werden. Die Zielgruppen können eingegrenzte werden (bsp. Männer von der Anzeigenschaltung ausgenommen werden), Anzeigentexte können zielgruppengerecht angepasst werden und durch CPC-Anpassungen kann auch hier die Sichtbarkeit der Anzeigen für einzelne Zielgruppensegmente erhöht werden.

Im Grunde hat ein Werbetreibender nahezu unendlich viele Möglichkeiten seine Kampagnen noch zielgruppengerechter Auszurichten. Alleine die Möglichkeit der unterschiedlichen Textformulierungen birgt ein enormes Potenzial:

Demo Ads Valentin

Dieses fiktive Beispiel für Valentinstaggeschenke macht deutlich, wie abhängig vom Geschlecht Anzeigen formuliert werden könnten. Frauen wie auch Männer können so gezielt angesprochen werden. Positiver Effekt wäre vermutlich eine Steigerung der CTR und CR. Es bekommen vorwiegend die Nutzer die Anzeigen angezeigt, bei denen eine hohe Konversionwahrscheinlichkeit besteht.

Aktuell ist sicherlich noch fraglich, ob sich für Teilnehmer der Beta wirklich schon der ganz große Optimierungsaufwand lohnt? Die Zahl von Nutzern, die für demographisches Targeting zur Verfügung steht ist noch zu gering um wirklich feine Zielgruppensegmente zu erstellen. Google rät im Moment noch davon ab Zielgruppensegmente zu fein zu splitten. Zudem besteht bei kleinen Zielgruppen die Gefahr, dass für eine gleiche Position ein höherer CPC gezahlt werden muss als bei demographisch unabhängig ausgerichteten Kampagnen. Je eingeschränkter das Trageting, desto höher ist erfahrungsgemäß der CPC.

Wenn diese Möglichkeit zur Anzeigenausrichtung allerdings den BETA-Status übersteht und weltweit für alle Werbetreibende nutzbar wird, führt für eine wettbewerbsfähige CTR kaum noch ein Weg an der Nutzung von demographischen Suchanzeigen zur qualitativen Kontooptimierung vorbei.

Autor: Sönke Harms

Sönke Harms ist studierter Betriebswirt und in seiner Funktion als Online Marketing Manager verantwortlich für das Suchmaschinenmarketing (SEA/ PSM) mehrerer nationaler und internationaler Mandanten beim Versandhandelsunternehmen bonprix. In seiner Freizeit beschäftigt er sich neben SEM vorwiegend mit Sport (Fußball, Handball, Segeln) und Grillen.

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