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Communication Ads und der Datenschutz

Zurzeit testet Google in einer Beta ein neues Anzeigenformat: Communication Ads. Bei diesem Anzeigenformat kann sich ein Nutzer direkt in der Google-Suche für den Newsletter des Unternehmens anmelden. Hierfür muss der Kunde nicht einmal die Seite der werbenden Firma besucht haben.

Ein sehr schönes Anzeigenformat, das die Verzahnung einzelner Marketingkanäle untereinander fördert und einen weiteren Schritt in Richtung ganzheitliches Online-Marketing geht.

Ad Witt

Unweigerlich stellt sich mir jedoch bei einem derartigen Werbeformat die Frage des Datenschutzes. Hat Google diesmal auch für Deutschland alle gesetzlichen Bestimmungen geprüft und eine Anzeige geschaffen, die ein Unternehmen ohne Angst vor Datenschützern gefahrlos nutzen kann? Der eine oder andere dieser Herren scheint in den vergangenen Monaten ein wenig übersensibel wenn der Name Google oder Facebook fällt.

Prinzipiell gehe ich immer davon aus, dass Google alle gesetzlichen Bestimmungen und Eventualitäten prüft bevor ein Anzeigenformat in die Beta geht, aber einige Punkte bereiten mir dennoch etwas Sorge. Zwar bin ich kein Jurist und auch kein Fachmann für Datenschutz, aber ich habe mir sagen lassen, dass der Einwilligende (Newsletteranmelder) immer wissen muss worin er eigentlich einwilligt. Welche Rechte und Pflichten sind mit der Eingabe der E-Mailadresse verbunden? Hierfür braucht es normalerweise einen persönlich und sachlich hinreichend bestimmten Einwilligungstext. Im Grunde eine Erklärung in der steht, wer, wie, wofür wirbt. Die Anforderungen durch die Rechtsprechung erscheinen mir in Deutschland daran nicht gerade niedrig.

In den AdWords-Anzeigen selbst kann ich keine ausreichende Aufklärung zum Newsletter sehen. Es gibt jedoch einen „Datenschutz“-Link. Fraglich bleibt am Ende ob eine Verlinkung des Einwilligungstextes ausreicht, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Ad VanGraaf

Ich möchte hier nicht von der Nutzung von Communication Ads abraten. Nach wie vor halte ich sie für hochinteressant und zukunftsweisend (und das nicht nur, weil die eigene Anzeige dadurch noch mehr Platz auf der Suchergebnisseite einnimmt), aber jeder Werbende sollte für sich ganz genau prüfen ob er mit der Verwendung von diesem Anzeigenformat ein persönliches oder unternehmerisches Risiko eingeht oder nicht.

Autor: Sönke Harms

Sönke Harms ist studierter Betriebswirt und in seiner Funktion als Online Marketing Manager verantwortlich für das Suchmaschinenmarketing (SEA/ PSM) mehrerer nationaler und internationaler Mandanten beim Versandhandelsunternehmen bonprix. In seiner Freizeit beschäftigt er sich neben SEM vorwiegend mit Sport (Fußball, Handball, Segeln) und Grillen.

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